2 3 Erſtes Kapitel.
zenden Reihe, und welcher Reihe, ah! wenn ſie vor meinem inneren Auge vorüberfliegt, dieſe Reihe von Jugend, Kraft und Schönheit, von Schwäche und Häßlichkeit, von beſtem Wiſſen und von der kläglichſten Dummheit, ſo faßt mich beinahe ein eben ſolcher Schwindel, als wenn ich eine Reihe phantaſtiſcher Wolken⸗ gebilde, vom Sturmwinde gejagt, gepeitſcht, nebel- und ſchatten⸗ haft an mir vorüber gleichfalls in die ewige Vergeſſenheit ziehen ſehe. Auch jene glänzend ſtrahlende Reihe hat ſich aufgelöſt, und es iſt nichts von ihr übrig geblieben, als ein Name, ein Begriff. Ja, ſie haben aufgehört, jene eigenthümlichen Weſen, welche man Bombardiere nannte, nicht Unterofficier, nicht Ge⸗ meiner, nicht Fiſch, nicht Fleiſch, ein Zwiſchengeſchöpf, und deßhalb wohl auch nicht fortpflanzungsfähig. Sie ſind ausge⸗ ſtrichen aus den Liſten der Armee— die Natur iſt um eine Schöpfung ärmer.
Es iſt alſo der Letzte dieſes zahlreichen, gewaltigen Ge⸗
ſchlechtes, um den es ſich handelt, und wie wie vorhin ſcho⸗ angedeutet, nicht das letzte Glied einer noch beſtehenden Ket⸗ ſondern der Letzte, der je geſchaffen wurde, und hinter den was die Bombardierſchaft überhaupt anbelangt, ein kalter, trockenen Schlußſtrich wie ein Grabſtein ſteht. Statt uns aber einer gewiß gerechtfertigten Wehmuth hinzugeben, wollen wir es ver⸗ ſuchen, dem geneigten Leſer den Titel unſerer Geſchichte einiger Maßen zu erklären, indem wir ihm ſagen, was denn eigentlich ein Bombardier war.
Mit der wiſſenſchaftlichen Erklärung anzufangen, ſo beſagt der Artillerie Leitfaden, daß der Bombardier auf der unterſten Stufe jener Leiter ſteht, welche das Unterofficier⸗Corps bildet, daß ihm bei der Geſchützbedienung Nr. 3 zufällt, das Richten


