Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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erwiederte er, und Ihr müßt ſchon einen andern ſchicken. Uebrigens ahne ich, wo Ihr hinauswollt, denn gewiß habt Ihr gehört, was ich dem da eben ſagte. Denkt Ihr aber denn, daß mich die Lieſel ein einzig Mal wieder anſehen würde mit ihren großen blauen Augen, wenn ſie erführe, daß ich mich hätte heimſchicken laſſen, als Ihr in die Ge⸗ fahr hinauszoget? Und was würde vollends der Alte ſagen! Nein, Herr, ich bleibe bei Euch, wenn Ihr mich nicht mit Gewalt fortjagt. Habe zwar unter denen da draußen manch Einen, der mir früher ein lieber Gefährte war; aber Gott genade, wer ſich an Euch vergreift höchſtens, daß ich aus alter Freundſchaft nachher ein Paternoſter für ſeine arme Seele bete!

So gieb einem Andern den Auftrag; gebot Ottokar kurz, um ſeine Rührung nicht merken zu laſſen. Findet ſich doch die wahre Treue unter den Menſchen ſo ſelten!

Inzwiſchen wurden die eiſernen Thorgatter hochgezo⸗ gen, die Zugbrücke fiel herab und unter dem Zuruf der Zu⸗ rückbleibenden ſprengte die kleine Schaar hinaus.

Eine kurze Strecke vor der Stadt ließ Ottokar Halt machen; denn da das kurze Zwielicht des Winterabends mit jeder Minute mehr der völligen Dunkelheit wich, ſo erheiſchte die Vorſicht, ſich gegen einen allzu plötzlichen Ueberfall ſo gut als möglich zu ſichern. Er ſchickte daher zwei Stadt⸗ ſöldner unter Anführung des einen mitgenommenen Rottmei⸗ ſters als Vorhut vorauf, ſendete je Zwei zu ſeiner Rechten und Linken aus und beſtellte ein drittes Paar als Nach⸗ hut. Er ſelbſt blieb mit den Uebrigen auf der Landſtraße, die durch die Jungfernhaide nach Spandow führte, und in aller Stille ging's dann dieſem Walde zu, in welchem man den Feind vermuthen mußte.

Eine Weile war man ſo behutſam vorwärts gedrun⸗ gen, als der Rottmeiſter, welcher die Vorhut führte, an Ottokar heranſprengte. Er berichtete, daß er mit ſeinen Leu⸗