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Memphis. Klafterholzhauen. 309
In Memphis angekommen, war indeſſen meine Baar⸗ ſchaft ſo herabgeſchmolzen, daß ich, da ich mir doch einige Kleider anſchaffen mußte, genöthigt war Arbeit zu ſuchen, hier übrigens, meinem gefaßten Vorſatz getreu, verkaufte ich auch meine Büchſe, und war wirklich feſt entſchloſſen nie wieder auf die Jagd zu gehen. Ich hatte das Leben gründ⸗ lich ſatt bekommen.
Memphis war damals noch ein ziemlich kleines Städtchen, das auf dem, an dieſer Stelle ungeheuer hohen und ſchroffen Ufer des Miſſiſſippi liegt und vom Fluſſe aus, wegen der Steilheit des Ufers, gar nicht geſehen werden kann. Die Dampfboote landen daher an ſogenannten„Wharftboats“ (alte ausgediente Dampfboote, die zu dieſem Zwecke dort be⸗ feſtigt ſind, für Memphis beſtimmte Fracht einzunehmen, oder abgehende zu verabfolgen). Es wird übrigens in ſpäteren Zeiten, ohne Zweifel, ein bedeutender Ort werden, da das Innere des Landes ſtark angebaut, und Memphis der einzige
Verbindungsort deſſelben, ſowohl mit den nördlichen als ſüd⸗
lichen Staaten iſt. Es liegt an der Mündung des Wolf
river in den Miſſiſſippi.
Leider waren damals die Zeiten gerade ſehr ſchlecht und ich konnte keine andere Beſchäftigung bekommen, als Klafter⸗
holz zu hauen. Das war aber für meinen geſchwächten Kör⸗
per und meine, mit der Art ungeübte Hand keine Kleinigkeit; doch iſt die Noth eine ſehr gute Lehrmeiſterin.
Eine halbe Stunde von der Stadt, wo ein Kaufmann, der auch eine Sägemühle hatte, ein Stück Land beſaß, hieb ich für dieſen Klafterholz, und bekam dafür die Koſt un


