30 Wenſchenmenge wogte und drängte durch einander hin, ſchim⸗ pfend und fluchend hier, lachend und pfeifend oder ſingend da, während neue Karren mit Gepäck noch jeden Augenblick dazu kamen, die Verwirrung, wenn das überhaupt möglich geweſen wäre, zu vergrößern.
Die einzige, vollkommen unbewegliche Perſon in dieſem Chaos von Menſchen und Gepäck ſaß auf einem Haufen von Kiſten die zuerſt hergeſchafft und übereinander gethürmt wa⸗ ren, mit untergeſchlagenen Beinen regungslos oben darauf, und ſchien die Confuſion unter und um ſich mit ordentlichem Wohlgefallen, jedenfalls mit vollſtändiger Gemüthsruhe zu betrachten.
Es war eine, was man ſo von unten erkennen konnte, vierſchrötige derbe und unterſetzte Geſtalt, jedenfalls den un⸗ teren Volksklaſſen zugehörig, und doch auch wieder mit einem gewiſſen Selbſtbewußtſein in den rauhen, nichts weniger als ſchönen Zügen, als auch in der ganzen Haltung, wie man es nicht immer bei dieſen findet. Der Mann mochte ungefähr fünf⸗ bis achtundvierzig Jahre alt ſein, und der Ausdruck ſei⸗ nes lederartigen faltigen Geſichts hatte, gleich auf den erſten Blick eine ſo merkwürdige und auffallende Aehnlichkeit mit einem großen Affen, der mit unerſchütterlichem Ernſt vor einer Menagerie ſitzt, und das Wogen und Treiben der Menge unter ſich betrachtet, daß wenige der Paſſagiere, ſo viel ſie heut Morgen mit ſich ſelber zu thun haben mochten, an ihm vorübergingen, ohne überraſcht ein paar Secunden vor ihm ſtehn zu bleiben und ihn zu betrachten, oder ſich gegenſeitig


