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lieb“ ſagte die Frau beruhigt;„dann brauchen wir auch nicht
die Nacht durchzureiſen und ich kann die Kinder zu Bett brin⸗ ſe gen, ſobald der Vater zurückkommt. Sie wiſſen es doch ganz n⸗ ewiß?“ gewiß? n,„Parole d'honneur!“ ſagte der Weinreiſende, ſich, mit ä6 der rechten Hand und den Siegelring auf dem Herzen, ver⸗
beugend.„Uebrigens“ fuhr er lebhafter fort,„wird, nach Goethe, wie bekannt, durch zweier Zeugen Mund, überall te die Wahrheit kund, und hier an dem Tiſch ſitzt noch ein Reiſe⸗ gefährte von uns, der ebenfalls ſeine Paſſage auf der Haid⸗ ſchnucke genommen hat und erſt wahrſcheinlich morgen früh um elf Uhr mit dem zweiten Dampfboot nach Brake fahren wird, ſ an Bord zu gehn— Herr Mehlmeier, dürfte ich Sie bitten ſich he 4„einen Augenblick hierherüber zu bemühen und— Sie erlauben mir doch daß ich ihnen Herrn Mehlmeier vorſtellen darf?“ „Wird uns ſehr angenehm ſein“ ſagte die Frau Profeſ⸗
4 ſorin etwas verlegen; es war ihr eben nicht angenehm, in nd der Abweſenheit ihres Mannes mit ſo vielen fremden Men— . ſchen hier zu verkehren. 6 f 1 Herr Mehlmeier, der indeſſen ſtill und regungslos, und ⸗ ohne auch nur den Kopf nach jemand Anderem umzuwenden, M
— vor ſeinem wieder und wieder gefüllten Glas Bier geſeſſen d hatte, war bei dem Ruf ſeines Namens aufgeſprungen, als
ob ihn was mit einer Stecknadel an irgend einem empfind⸗ lichen Theil geſtochen hätte. Es war eine große, faſt über⸗
mäßig ſtarke Geſtalt, die des Herrn Mehlmeier, mit einem vollen runden gutmüthigen Geſicht, ſehr breiten Schultern und
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