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Eine ſchöne Morgenſonne blitzte durch die bemalten Glasſcheiben herein und erhellte das weite Gemach mit wunderſieblichem bunten Glanze, wie des Feuers ſpot⸗ tend, das im Kamine brannte, und die Herzogin Pttel, eine anſehnliche Dame, welcher man die dreißig Jahre nicht anſah und die Laſten, die ſie darin getragen, blickte von ihrer feinen Handarbeit freundlich auf das öſtliche Licht, das ihrem mit düſtern Sorgen umſchleierten Ge⸗ müthe neue Kraft zu bringen ſchten. Doch des Herzogs Angeſicht contraſtirte mit dem lachenden Morgen. Tiefe Finſterniß lag auf der hochgewölbten Stirn und zwiſchen den dichten faſt zuſammenlaufenden Augenbraunen; ſein dunkles Auge ſchien mit Groll und Neid auf das blü⸗ hende Hannover hinabzublicken; dann zog er mit haſtigen Dänden den bellblauen mit Ilttsfellen verbrämten Arm⸗ mantel feſt um die Bruſt zuſammen und ſchritt, die Ta⸗ feln des Fußbodens zäblend, mit hallendem Tritt im Saale auf und nieder, daß die langen Sporen klirrten, denn trotz der Frübſtunde war der unrubige Fürſt ſchon im Rüſtzeuge, und mit dräuenden unbeilkündenden Ge⸗ berden fuhr ſein Auge zuweilen blitzend hinauf zu dem Wandpfeiler, an dem das lange mächtige Schwert und Helm und Schild aufgehangen waren, Waffenſtücke, welche ſchon manchen heißen Kampf geſehen und zu man⸗ chem Orte alle Schreckniſſe des allzerſtörenden Krieges getragen hatten.
Still ſtand er jetzt vor dem alten Ritter Siegfried von Salder, der an einem andern Fenſter auf ſeinem Krückſtocke lehnte und mit dem einen Auge, welches er aus der Mordſchlacht mit den Mecklenburgern gerettet, gegen die ſtörende Sonne hinausblinzelte.
Oeffnet ſich noch kein Thor des Fuchsbaues? fragte


