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geißelte, und die Becher kreiſeten immer lebhafter und der feurige Burgunder ſchminkte die bärtigen Wangen immer dunkler. Da erwähnte einer der Zecher des mor⸗ genden Feſttages und ſpöttelte über Viktorins Schwäche, der um der Braut willen heute zum erſten Male den täglichen Kreis der Freunde vergeſſen. Hektor fragte neugierig aufhorchend, doch als man den Namen der Braut genannt, ſtarrte er den Sprecher wie mit Tiger⸗ augen an, und mein Bruder bemerkte, daß er das Glas in der Fauſt zu Scherben zerdrückte. Ein wüſtes Ge⸗ lächter quoll dann aus ſeinem Munde und er rief, das innere Toben zu maskiren:„Wieder ein Abtrünniger unter uns, wieder ein Weiberknecht mehr unter dem Küraß, ein Herkules am Spinnrocken. Wäre ich zur Stelle geweſen, der Viktorin würde brüderlichen Rath nicht verſchmäht haben.“— In dieſem Augenblicke fühlte mein Bruder den ſanften Druck einer Hand auf ſeiner Achſel, und als er den Kopf wandte, ſtand der eben ein⸗ getretene Rittmeiſter hinter ihm, ſprach jedoch durch eine Geberde den Wunſch aus, noch unbemerkt zu bleiben. Hektor ſchien auch den Ankömmling nicht bemerkt zu haben. Er wickelte die blutende Hand geſchickt in ſein Taſchentuch, füllte ſich ein anderes Glas, und brachte mit wilder Lebhaftigkeit einen Toaſt auf das Brautvaar aus. Nachdem er dann nur einige Sekunden lang ſtarr in das leere Glas geblickt, ſprach er mit ſeltſam dumpf⸗ klingender Stimme:„Der Viktorin war auch im Felde ein Glückskind. Hatte er die Vorwacht, alsbald gab es auch ein brillantes Nachtgefecht; ſprengte ein wagehalſi⸗ ger Adjutant oder Oberſt herausfordernd vor die feind⸗ liche Fronte, ſo traf immer ihn der Zufall, den Goliath auf den Sand ſetzen zu dürfen, und retirirte der Feind,


