Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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zu laſſen. Die Lady, ihrerſeits nahm alle ihre Kräfte zuſammen, um nur ihre Tochter in dieſer Todesnoth zu retten; ſie bedeckte ihr JFind mit ihrem eigenen Koͤrper, und ſuchte, mit ihrem muͤtterlichen Buſen den moͤrderiſchen Dolch vom Buſen der Tochter abzuwehren. Aber der entſetzliche Briſtol, ſich aus dem Haufen der andern Moͤrder raſch vordraͤngend, ſtieß ein langes Meſſer in die Seite der edeln Lady, riß darauf die ohnmächtige Clariſſa aus den Armen der ſterbenden Mutter, und ließ das Fraͤulein in die Mordgrube tragen, welcher abſcheuliche Ort zum Begräbniß der zahlreichen Schlachtopfer des Mordwaldes be⸗ ſtimmt war; ein in die Erde geſteckter Fackel⸗ brand erleuchtete dieſen entſetzlichen Aufenthalt, wohin ſich nun das ſchoͤnſte zarteſte weibliche

Weſen verſetzt ſah! Die Arme! an die

weichen Hände die weichen Kiſſen der Liebe gewöhnt, ach iſt der Sitz, das Bette der Hol⸗

den jetzt ein modernder Haufen verſtuͤmmelter

ſtarrer Leichen.

Der Leſer mache ſich indeß keine weitere

Sorge um ſie; Clariſſa hat nichts mehr zu

fürchten, ſie fuͤhlt den Schlaf der Engel, Gott

hat ihrer Seele Flugel verliehen, auf welchen

ſie aus dieſer dunkeln Mordhoͤhle ſich zu den

Heiligen des Himmels aufgeſchwungen hat⸗

Dort wird ſie auch die theure Mutter wieder 23*

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