Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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ter in dem verabredeten Hinterhalte auf der

Lauer lägen.

Endlich erſchien mit langſamen Gang der Wagen der ungluͤcklichen Lady Herwort, welche mit ihrer zarten liebenswuͤrdigen Tochter Cla⸗ riſſa beſtimmt ſchien in dieſer ſchaudervollen Nacht, unter der Hand verruchter Meuchler, als Opfer eines unvermeidlichen Todes zu fallen. Sehr verſchieden war die Stimmung der beiden Damen; denn während die Mutter ſich heiter verlor in die Ausſichten des aus Clariſſens Verheirathung hervorgehenden Gluͤcks, konnte ſich die Tochter einer gewiſſen langen Ahnung nicht entſchlagen, und die Schauer der Nacht,

die ſtille Oede eines uͤbelberuͤchtigten Waldes waren nicht geeignet, die ſchmerzhaften Empfin⸗

dungen zu beſänftigen.

Nichts fruchteten gegen dieſe ängſtlichen Vorſtellungen Clariſſens die beruhigenden Mah⸗ nungen der Kammerfrau, welche ihr vorſtellte, daß die beiden Bedienten und auch die Poſt⸗ knechte gut. bewaffnet, und wohl im Stande wären, ſie zu vertheidigen; die Bangigkeit des zarten Fraͤuleins nahm von Minute zu Minute zu, ihre aufgeregte Phantaſie ſah Ge⸗

ſpenſter, verſteckte Räuber und Schreckensge⸗

ſtalten in jedem Baumſtamme; ſelbſt die Mond⸗ ſichel und die grauen Wolken geſtalteten ſich