27 langen Aufenthalt bey der graͤmlichen Baſe, daß ich endlich meinen Plan aͤnderte. Wir waren noch den nemlichen Morgen einig geworden, daß ich noch vor melner langen Reiſe zu ihrem Vater gehen und alles in's Reine bringen ſollte— jezt drang ſie ſelbſt auf unſere Abreiſe, und da ich laͤngſt ſchon fertig war, eilte ich, gleich nach dem Fruͤhſtuͤck, in die Reſidenz, ließ anſpannen, und fuhr hinaus um ſie abzuholen.— Das Doͤrfchen liegt keine viertel Stunde von der Straſ⸗ ſe ab.— Man kann von dem Weg, der hart an dem Park vorhey geht, ihn ganz uͤberſehen — ich hatte mich zum Wagen hinaus gelehnt, der Wagen fuhr langſam durch den Sand.— Ich komme an die Einſiedeley— denke, wie mir war! da ſteht Wilhelmine am Fenſter— ſie blickt zu mir herab, ihre Wangen gluͤhten, ich glaube Thraͤnen in ihren Augen zu ſehen, indem ſie ſich am Fenſter feſt hält und zuruͤck ſinkt!— Minchen! Minchen! rief ich, reiße den Schlag auf, ſchwinge mlch uͤber die niedrige Mauer, fliege die Einſiedeley hinauf, Angſt, Freude, Erwartung befluͤgeln meine Schritte— ich reiße dle Thuͤre auf— da ſizt ſie— der Prinz liegt zu ihren Fuͤſſen, haͤlt ſie umſchlungen— die Trunkenheit der gluͤcklichen Liebe funkelt in ihren ſchwimmenden Augen— ſie erblickt mich, ſchreit laut auf.— Da verließ mich meine gauze Be⸗ ſinnungskraft— ich weiß weder was ich geſagt, noch was ich gethan habe— ſo viel glaube ich
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