Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1803)
Entstehung
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Indeſſen wäͤre dennoch weiter nichts aus Fraͤuleiln Wilhelminen geworden, als ein gutes hubſches Kind, das ziemlich artig tanzen, Kla⸗ vier ſpielen, ein wenig zeichnen, und von dleſem oder jenem neuen Roman in dem gewohnlichen jargon,(ich kenne kein gutes deutſches Wort zu dieſer galliſchen Untugend) nicht ganz uneben ſprechen konnte, waͤre nicht Herr von Wahlberg, ein weitlaͤuftiger Verwandte des Geheimenraths, noch zur rechten Zeit von ſeinen Relſen zuruͤckge⸗ kommen. Wllhelmine war damals ſechszehen Jahr alt, Wahlberg fuͤnf und zwanzig; gleich bey ſeinem erſten Beſuch machte das heltere Maͤd⸗ chen großen Eindruck auf den nicht finſtern, ſon⸗ dern ernſten, und nur dem Scheine nach kalten jungen Mann. Nicht ſo Wilhelmine, ſie fand ihn langweilig, ſcheute ſich vor ihm; und bey ſelinen bald taͤglichen Beſuchen ſuchte ſie, ſo oft es moͤglich war, einen ſchicklichen Vorwand,

um das Zimmer zu verlaſſen. Der neue Vet⸗ ter gefaͤllt mir nicht, ſagte ſie zu Guſtav Warum? fragte dieſer, beym Vater ſteht er hoch angeſchrieben Eben weil er auch bey ſich ſelbſt ſo hoch angeſchrieben zu ſeyn ſcheint und wirklich gab ihm ſein Aeußeres, verbunden mit ſeiner brittiſchen Einſylbigkelt, den Schein ei⸗

nes ſtolzen eingebildeten Menſchen das war

Wahlberg nicht. Nle verband vielleicht ein iunger Menſch mit ſo vielen Kenntniſſen, Talen⸗