173
Der Tag der Vermaͤhlungsfeyer ruͤckte nun heran; die Fran von Sinzenhelm, die ſich nicht ſtark genug fuͤhlte, um ihr beyzuwohnen, hatte bereits heimlich einpacken laſſen; ſie woll⸗ te ſchriftlich Abſchied nehmen, und den Abend zuvor in aller Stille nach Aſſen abrelſen. Sie waren eben vom Tiſch aufgeſtanden; der Ge⸗ neral, der nach ſeiner Gewohnheit mit ſeiner Pfelfe auf⸗ und abging, blieb ploͤtzlich ſtehen, und indem er ſelne Schweſter anſah:— Haͤt⸗ te ich nur jezt nicht den armen Daun nach Aſſen geſprengt!— Niemand gab ihm Ant⸗ wort.— Da ging die Thuͤr auf, der alte Kor⸗ poral mit Staub und Schweiß bedeckt, trat herein, und hinter ihm eine lange hagere, in einen abgenuzten Ueberrock eingewickelte menſch⸗ liche Geſtalt.— Summer! rief Ludolph, und flog ihm entgegen.— Nun ja! ſagte Sum⸗ mer, indem er ihn umarmte, jezt geht es noch an, noch hat unſere alte Kameradſchaft kein Ende; wenn ich aber werde geſprochen ha⸗ ben— Aber, um Gottes willen, un⸗ terbrach ihn Ludolph, ohne auf ihn zu horen, wie biſt du aus deiner Moͤrdergrube entwi⸗ chen? Wie haſt du erfahren„— Das alles zn ſeiner Zeit!— Excellenz, ſagte jezt
Daun, nehmen es doch nicht ungnaͤdig, daß
ich dieſen naͤrrtſchen Menſchen da mit gebracht habe; ich fand ihn in Aſſen, wo er bereits in allen Haͤuſern wie des Verwalters Pudel be⸗
——————


