Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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306 Salvator.

wo die Noth der Hütten hervortrat, fehlte auch die Hand der Liebe nicht, ſie zu mildern. Bewahrt hatten die Menſchen hier noch das köſtliche Kleinod ihrer Väter, den alten, frommen Glauben, der nicht zu Schanden werden läßt. Hier zeigte es ſich, wie ein Volk, das keiner von den Vorwürfen trifft, mit welchen die Feinde nach Allen zielen, die an den Heiland glau⸗ ben, chriſtlich leben kann ohne Gewiſſenszwang und dabei die Friſche und Fröhlichkeit bewahren. Es waren aber nicht die Armen und Ungebildeten allein, es waren auch die Wohlha⸗ benden und die Städter, denn der Einfluß dieſes lautern Sin⸗ nes beſchränkte ſich nicht auf das Gebiet des Freiherrn von Moos, ſondern wogte, gleich einem ſegensreichen Strome, hin⸗ aus in weitere Kreiſe, um ſie zu befruchten. Nirgends dabei eine Spur von Verdumpfung oder ſtarren Ueberhebens, ſondern überall heiterer Verkehr, Duldſamkeit und hülfreiche Liebe! Das kann ein Beiſpiel wirken, welches in einem Hauſe, zu dem die Menſchen emporblicken, aufgeſtellt wird. Und es ſteht feſt, daß überall das Beiſpiel derjenigen Klaſſen, welche ſich die gebildeten nennen, den Niedern und Armen entweder den ſitt⸗ lichen Halt oder den Anſtoß zum Verfall giebt. Klagen Jene über des Volkes Entſittlichung, ſo mögen ſie nur der ſittlichen Zerſetzung ihrer eignen Zuſtände erſt Einhalt thun, mögen die Tempel der Religion, aus welcher allein die Hülfe und Löſung der ſchweren Fragen kommen kann, erſt bei ſich ſelbſt aufrichten und dann die reine Hand ausſtrecken, um ihren Brüdern zu helfen. Eigne Kraft reicht aber nicht aus: ſie müſſen Gott wieder ſuchen. Ohne das keine Rettung! Wir wollen zuſammenſtehen zum guten Werke! ſagte