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„Ich weiß es, bin aber eben angekommen und habe mich zuerſt zum König begeben müſſen.“
„Zum Könige, freilich! Sie bringen ihm Nachrichten vom Congreß, wo ja Alles prächtig ſtehen ſoll. Man raunte ſich hier ſchon in die Ohren, Sie ſeien in Un⸗ gnade gefallen, aber Sie haben Ihre Neider zu Schan⸗ den gemacht; der König, ſagt man jetzt, müſſe von Ihnen ein Liebeselixir empfangen haben, daß er gar nicht von Ihnen laſſen kann, obgleich Sie ihm in ſeinen Lieblingsideen opponiren, was er ſonſt von Niemand ver⸗ trägt. Was mich betrifft, ſo bin ich wahrhaft erfreut, daß Sie feſt bei Ihrer gewählten Fahne halten und ein ebenſo entſchiedener Bonapartiſt ſind als ich.“
„Ein Bonapartiſt?“ fragte Camillo, welcher dieſe Reden mit leichtem Stirnrunzeln angehört hatte.
„Freilich! unſer König iſt nichts durch ſich, Alles durch Bonaparte! Und wenn auch Manches vorüber iſt“, ſetzte er mit ſchlauem Blinzeln hinzu„Alles noch nicht! Haben Sie gehört, daß die ſchöne Schwägerin Paolina Vorgheſe hier geweſen iſt, von Elba kommend, nach Elba zurückkehrend? Und wiſſen Sie, daß auch andere Leute, nicht ſo hervorragende Perſonen, aber kühne, un⸗ ternehmende Geiſter aus Frankreich bei uns kommen und gehen, nicht öffentlich durch die Ausrufer der To⸗
ledoſtraße angemeldet, ſondern incognito als unſcheinbare 2*


