Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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Vampyriſche Gelüſte! entgegnete die Prinzeſſin, mit dem Fächer ihr anſehnliches Geſicht kühlend, dem man wenigſtens keine krankhafte Bläſſe nachſagen konnte.

Virginia hatte ſich, offenbar dazu veranlaßt, den Damen der Königin angeſchloſſen. Es mußte jedenfalls eine große Veränderung in ihrer Stellung vorgegangen ſein, daß ſie in eben dem Maße, als der König ſich von ihr zurückzog, die Gunſt der Königin gewonnen hatte. Eine der ſcharfſinnigſten Beobachterinnen wollte es dadurch erklären, daß die Königin gerade auf Virgi nia eiferſüchtig geweſen ſei, weil ſie eine ernſtliche Nei⸗ gung ihres Gemahls, welche ſeiner Natur ſonſt fremd war, zu der Divina gefürchtet habe, daß ſie aber nun von dieſer Beſorgniß zurückgekommen ſei und das Un⸗ recht, welches ſie der Gräfin gethan, wieder gut machen wolle Denn es war nicht zu leugnen, daß Virginia, wenn der König wirklich ein tieferes Gefühl für ſie empfunden, ihn durch ihr Benehmen vollſtändig davon geheilt hatte. Dies Benehmen, ſeit die Gräfin Orkum am Hofe und in der Geſellſchaft erſchienen war, hatte für letztere ein unergründliches Räthſel gebildet. Wo jede Andere ſich im Uebermaße geſchmeichelt gefühlt hätte und der Aus⸗ zeichnung vielleicht mehr als halbwegs entgegengekom⸗ men wäre, hatte ſich Virginia mit einer wahrhaft altrö⸗ miſchen Matronenhaftigkeit gepanzert, und was eben