177
wiederkomme, ſo ſage Sie mir Beſcheid. Ich will Ihr dann auch erzählen, was Ihr Schwarzkopf bei meiner Muhme ausgerichtet hat.“
Er nahm ſeinen Kaſten auf den Rücken und ging. Die Meiſterin aber, als ſie ihrem Manne die gehörten Neuigkeiten erzählte, wurde von ihm ausgelacht.„Dem
glaube Du nur!“ ſagte der Schwertfeger.„Am Ende
macht er Dir unſern Kriegsmann noch zu einem Freier für die Frau Gräfin.“
„Nun, wenn er ein vornehmer Herr iſt?“ ent⸗ gegnete die Frau.
„Und wenn er der Sohn des Kaiſers wäre! Katho⸗ liſch iſt er, das iſt das Wahre an der ganzen Geſchichte des alten Lügenbolds, er hat es mir offen geſagt und Jeder mag bei ſeinem Glauben bleiben. Aber daß die Frau Gräfin, deren verſtorbener Herr um ſeines Glaubens willen in jungen Jahren hart gelitten hat, keinen katholiſchen Freier annähme, und wenn er der Schönſte und Vornehmſte wäre, darauf will ich mich lebendig verbrennen laſſen.“
Die Frau ſchwieg vor der ſtarken Stimme ihres Mannes, aber ſie hatte über den Fall, wenn er ein⸗ treten ſollte, eine andere Meinung als er. In ihren Augen war der Gaſt, wenn er auch katholiſch war, ſeit heute bedeutend im Werthe geſtiegen. Was hatte
Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. I. 12


