Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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lich vor ihnen ein breiter, tiefer Erdriß und ihre beiden Pferde ſtutzten. Der eine Reiter zwang das ſeinige mit Sporen und Zügeln zu einem mächtigen Satze, welcher die gefahrvolle Kluft glücklich überwand, und, wenn Zeugen dabei geweſen wären, allgemeine Bewunderung erregt haben würde das Pferd des Andern aber verſagte den Sprung.Auch Du, mein Leopold? rief lachend der erſte Reiter, welcher ſich am jenſeitigen Rande noch einmal umſah, als er bemerkte, daß ſein Geführte ſich vergebens mühte, das ſcheuende Pferd an die Vertiefung heran zu bringen. Und ohne ſich weiter um ihn zu kümmern, da der Hornruf ſchon ſich entfernte, ſprengte er in den jenſeitigen Wald hinein. Es war ein Eichenwald von mächtigen Stäm⸗ men, aber dieſe traten hier, wo ſie alles niedere Ge⸗ ſträuch unterdrückt hatten, weiter auseinander und er⸗ laubten dem Reiter, der nun ganz allein war, wenigſtens eine Strecke mit verhängtem Zügel dahin zu jagen. Wer ihn geſehen hätte, der würde ſich über den jugendlichen und ſtattlichen Waidmann, der gewiß von hohem Range war, gefreut haben. Aber es war in der Wildniß kein menſchliches Auge nah. Eine halbe Stunde mochte er, nachdem die Gegend etwas gangbarer geworden, galop⸗ pirt ſein, als ſich die Bodenſchwierigkeiten wieder mehrten, der Wald wieder dichter wurde und oft dieſem kühnen Rei⸗ ter ſogar Zweifel aufſtiegen, ob es auch möglich ſei, den 1*