Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Der eben Angekommene führte mit ſeinem klei⸗ nen ſpaniſchen Rohr, woran ein goldener Knopf zu erkennen war, einen leiſen Schlag auf einen Tiſch und ſetzte ſich. Schon hatten mit einer merkwürdi⸗ gen Schärfe des Blicks ſeine Augen das Staunen wahrgenommen, worein ſein Nachbar vertieft war; ein unbemerkbares Lächeln flog über ſeine Lippen hin, und mit einer Körperbewegung, die etwas In⸗ ſtinctmäßiges hatte, warf er von rechts nach links einen jener Blicke, die unſere Väter mörderiſch zu nennen und mit Cupido's Pfeilen zu vergleichen pflegten. Mit einem Male aber ſchienen andere Gedanken über ihn gekommen zu ſein; denn er run⸗ zelte ſtreng beide Brauen und ſtellte ſich dabei, als ſtreichle er über ſeine Lippe einen Schnurrbart, der, mit dem Mikroſkop betrachtet unſichtbar ge⸗ weſen wäre.

So blieben die beiden jungen Männer eine Zeit⸗ lang: jeder ließ ſich ſeinen Sorbet ſchmecken und beobachtete den andern ebenſo aufmerkſam als ver⸗ ſtohlen. Und während die Augen des königlichen Procurators denen eines von der Sonne geblende⸗ ten Käuzchens ähnelten, ſchienen die Blicke des Fremden unruhig, unzufrieden, ſpöttiſch oder ſtechend; inzwiſchen hätte ſeine Haltung dem übermüthigſten Gecken und der geſchickteſten Kokette zugleich Ehre gemacht. Zuerſt zog er ſeine Handſchuhe aus, um eine ſchneeweiße Hand ſehen zu laſſen; dann ſtellte er mit vieler Selbſtgefälligkeit ſeine Stiefelchen zur Schau, als er geſehen hatte, wie ſie die Aufmerk⸗ ſamkeit ſeines Nachbars auf ſich zogen, und endlich zog er ſie unter ſich zuſammen, wobei das Charak⸗