Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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gen das war Alles, was der junge Mann wa⸗ gen zu können glaubte, und ihrerſeits ſaß Abeille ſteif und mit niedergeſchlagenen Augen da. So hübſch wie ein Engel und ſo linkiſch wie das uner⸗ fahrenſte Mädchen, verhielt ſie ſich, als ſie ihres Liebhabers anſichtig wurde, mehr ſchmollend als zärtlich. Nicht ſelten verzeiht ein Frauenzimmer eine vollſtändige Entführung, nie aber eine halbé. Fräulein Lareynie, jetzt zweiundzwanzig, hatte ohne Vorwiſſen der Frau Dinois einige Romane geleſen, und wie wir geſehen haben, zeichnete ſich die Penſion, worin ſie ſich befunden, nicht eben durch eine exem⸗ plariſche Wachſamkeit aus; nun aber hatte die ſchon majorenne Penſionärin in keinem Roman gefunden, ein Held ſeine Heldin mitten im intereſſanteſten teuer im Stiche laſſe, das einem verfolgten enden Paare zuſtoßen kann. Weit entfernt, Hippolyt es Dank zu wiſſen, daß er, ohne ſie zu fragen, ſo vernünftig gehandelt, war ſie ihm im Gegentheil ziemlich böſe. Bei reiflicherem Nachden⸗ ken fand ſie, daß ein ſo plötzlich gekommenes be⸗ ſonnenes Benehmen ſich nicht anders erklären laſſe als durch eine Erkaltung ſeiner Leidenſchaft. Jetzt konnte ſie ſich eines geheimen Aergers nicht erweh⸗ ren, als ſie ſich lau und proſaiſch geliebt wähnte ſie, die in ihrem Liebhaber einen würdigen Nach⸗ kommen Werthers oder Malek⸗Adels zu finden ge⸗ hofft hatte. So kam es endlich, daß das Mädchen in ihrem Herzen gar raſch einen Groll keimen fühlte einen Groll, den die ſtrenge Aufſicht, deren Ge⸗ genſtand ſie nach ihrer Rückkunft von ihrer aben⸗ teuerlichen Fahrt wurde, noch entwickeln half. Bis