290 Doctor Wespe.
Eliſabeth. Wie? Sie ſind nicht der Doctor?
Zündorf. Auch nicht? Gält ſich den Kopf. In einem Narrenhauſe kann es nicht toller zugehen— hier weiß ja kein Menſch, wer der andre iſt †
Thekla(ſtand abgewandt hinter Theudelindens Stuhl und ſpielte mit dem Taſchentuche— ſie wird jetzt aufmerkſam).
Theudelinde(ſcheint theilnamlos).
Eliſa bet h(drückt die höchſte Spannung aus).
Wellſtein(Eerſtaunt).„Sie ſind nicht Wespe?
Honau. Nein, ich bin Maler, mein Rame iſt Honau.
zündorf. Aber wie konnken Sie—?
Honau. Erlauben Sie mir, zu enden. Doctor Wespe iſt mein Hausgenoſſe. Der bewußte Brief Ihrer Fräulein Lochter brachte ihn, der eine etwas ſtarke Portion Eitelkeit beſitzt, auf den tollen Gedanken, unter anderm Namen Eli⸗ ſabethe Herz zu erobern. Er bat mich, gegen etwaige Be⸗ ſuche ſeine Rolle zu übernehmen— und ich ging auf den Scherz ein. So ward ich Ihnen als Wespe bekannt.
Zündorf. Die Sache wird immer verwickelter ſtatt klarer. Haben Sie denn dieſe Briefe geſchrieben?(Gibt ſie ihm.)
Honau(ieht ſie flüchtig durch). Nein, es iſt Wespes Hand! Wollen Sie mir erlauben, die Mißverſtändniſſe wei⸗ ter zu entwirren?
Zündorf. Thun Sie mir den Gefallen— ich komme doch nicht durch!
Honau. Herr Wellſtein liebt Ihre Nichte. Können Sie Ihre Geſchäftsverbindungen gegenſeitig nicht ſchließen⸗ ohne daß die Hand des Fraͤuleins ſie befeſtigt?


