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Ellmer. Wenn ich ſage ich liebe dich, iſt das auch eine Lüge?
Diana. Ja, ja, ja! Wenn du mich liebteſt, würdeſt du meines Vaters Schwachheit ſchonen, und bei ſeinen Er⸗ zählungen nicht immer lachen.
Ellmer. Wer ſoll aber nicht lachen, wenn dein Vater von der Jagd, von ſeinem ſchönen Reviere ſpricht? Das ganze Revier kann man in drei Viertelſtunden umgehen. Und es beſteht aus drei Sandgruben, einer Entenpfütze und vier Kartoffelfeldern.
Diana. Ei was, da kann Wild genug ſein.
Ellmer. Wenn du die Fröſche abrechneſt, gibt es nichts Lebendiges da, als Maikäfer im Sommer.
Diana. Wie du lügſt! Der Vater bringt jedes Mal einen Haſen mit.
Ellmer. Den hat er Tags zuvor auf dem Markte gekauft.
Diana. Das iſt nicht wahr.
Ellmer. Dann wünſcht er immer, es möchte ihm einmal ein Wolf begegnen. Und wir haben ſeit hundert Jahren hier keinen geſehen. 2
Diana. Es könnte doch einmal einer kommen.
Ellmer. In einer Menagerie, o ja!
Diana. Du biſt ein Böſewicht.
Ellmer(Gmmer lachend). Sein höchſter Wunſch iſt, einmal einen Hirſch oder ein Wildſchwein zu ſchießen.—
Diana. Das wäre recht ſchön.
Ellmer. Was denkt dein Vater? Das ſind gefähr⸗ liche Beſtien, mit denen iſt nicht zu ſpaßen.
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