Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857) Sammlung
Entstehung
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Dis Sonntagsjäger.

Trudchen. Ich habe ein großes Anliegen.

Friedrich. Das wäre!

Trudchen. Ich möchte gern heirathen.

Roſine(mmer geziert und ſchnippiſch). Wie alt iſt denn die Jungfer?

Trudchen. Schon zwanzig Jahre.

Roſine. Nun da hat es keine ſolche Eile.

Trudchen. O doch! Heinrich meint, mit 20 Jahren müßte ein Mädchen verheirathet ſein, ſpäter bekäme ſie keinen Mann mehr.

Roſine. Das iſt ein dummer Aberglaube.

Trudchen. Aber Heinrich will nicht länger warten.

Friedrich. Wer iſt denn der Herr Heinrich?

Trudchen. Der Jäger beim Förſter Ellmer, den das Fräulein Diana hier aus dem Hauſe heirathen will.

Friedrich. Nun ſo heirathe doch deinen Jäger Heinrich.

Trudchen. Das geht nicht, Herr Hirſchtödter will nicht, und meine Mutter will auch nicht.

Roſine. Was geht denn die Sache Herrn Hirſch⸗ tödter an?

Trudchen. Er iſt ja mein Pathe und mein Vor⸗ mund. Mein ſeliger Vater war ja lange hier im Hauſe in Dienſten und hat einmal das ganze Haus vor Feuers⸗ gefahr gerettet. Dafür bekam er ja das Bauergütchen geſchenkt, wo ich jetzt mit meiner Mutter lebe und Herr Hirſchtödter wurde mein Pathe, das iſt ja aller Welt bekannt!