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machte ſich einen Ranzen von Kalbsleder, worein ſie iht Reiſegeräth packte. Sie zog von ihrem Fin⸗ ger den ſchönen grünen Edelſtein, den ſie niemahls
weggegeben hatte, hängte ihn an einer Schnur um
den Hals, und verbarg ihn unter dem Hemde. So, als ein kleiner Savojarde gekleidet, mit einem gro⸗ ßen Stock in der Hand, den Ranzen auf dem Rü⸗ cken und auf dem Ranzen den kleinen Benjamin, der ſaß und ſeine Händchen unter Claudinens Kinn zuſammen hielt, ging ſie aus Genf, und fragte um den Weg nach Turin.
Zwölf Tage ging ſie über das Gebirge, ohne daß thr etwas Verdrießliches aufſtieß. Im Gegen⸗ theile nahm das Alter und die Geſtalt des jungen
Savojarden, und das Kind auf ſeinem Rucken,
das er ſeinen Bruder nannte, in allen Wirthshäu⸗ ſern, wo ſie aß und ſchlief, jedermann für ſie ein. Ueberall bewirthete man die kleinen Reiſenden wohl, und wenn Claudine Morgens bezahlte, forderte man von ihr weniger als von andern, manchmahl ſogar begehrte man gar nichts, als daß ſie das be⸗ liebte Liedchen der Leyrerinnen aus ihrem Lande ſinge. Claudine, ohne ſich bitten zu laſſen, begann mit einer ſanften gefühlvollen Stimme die ſo be⸗ kannte Melodie, wozu ſie die Worte etwas verän⸗ dert hatte.
Du, arme Jette, Sangſt einſt ſo artig In Einem fort,
Lalirette.


