Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

An Madame Adamberger*).

S beugte dich der Krankheit Arm darnieder.

Wir zitterten; doch heut, da unſer Liebling wieder

Sich auf der Bühne ſehen läßt,

Begehn wir ſein Geneſungsfeſt.

Wir danken dir für manche Stunden,

Die hier uns angenehm und lehrreich hingeſchwun⸗ den.

Die Tugend, liebenswerth, mit Grazien geſchmückt,

Hat uns ſo oft in deinem Spiel entzückt.

Sie kam, bald wehmuthsvoll und bald umringt von

Scherzen,

Doch allemahl kam ſie aus deinem Herzen

O mögeſt du, geſchätzte Künſtlerinn, Zum Lohn für deinen Edelſinn, Geſegnet ſeyn mit allen Erdenfreuden Und künftig höchſtens nur auf dem Theater leiden! Auch möge deine Schülerinn, Der wir ſchon jetzo gern verdienten Beyfall geben, Dir ähnlich ſeyn im Spiel und in dem Leben!

*) Dieſes Gedicht wurde im Theater ausgetheilt, als Madame Adamberger nach einer ſchweren Krankheit das erſte Mahl wieder in Armuth und Edel⸗

ſinn auftrat.