heißen
Klinge
Der Vertrag zwiſchen Liebe und Vernunft,
geſchloſſen am Vermaͤhlungstage Franzens Grafen von N* mit Joſepha Gräfinn von H**
Die Lieb' und die Vernunft, wiewohl zwey ſchöne Schweſtern,
Pom Himmel ſelbſt erzeugt, ſind nur zu oft ent⸗ zweyt/
Und eine pfleget meiſt die andre zu verläſtern;
Die gibt ihr Thorheit Schuld, und jene Grau⸗ ſamkeit.
Drum glaubt' ich faſt zu träumen, als ſie heut,
PVertraulich Hand in Hand, zu mir in's Zimmer traten,
Und beyde feyerlichſt zu Zeugen mich erbathen.
Wir bringen, ſagten ſie, dir jetzt ein Exemplar
Von einem förmlichen Vertrage;
Bey deiner Freunde Brautaltar,
dieſem ſchönſten ihrer Tage
Ward er geſchloſſen; nimm, und an der Freund⸗ ſch aft Statt,
Magſt du, der ihre Vollmacht hat,
So leſerlich du kannſt*), die Urkund' unterſchrei⸗
ben; Denn feſt ſoll unſer Bund bis an ihr Ende bleiben.
) Der Verfaſſer ſchreibt eine ſo ſchlechte Hand, daß er ſich hierdurch ſchon oft Vorwürfe zugezogen hat


