Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

d.

aggio

am4

20—

Glückſeligkeit, ſo ſehr herbey geſeufzt,

Nun ihren Mantel um die Erde werfen,

Und mit Gerechtigkeit den Frieden paaren.

Und endlich wird der Menſch, durch Uebel wei⸗ ſer,

Fuür wahre Tugendhelden Ehrfurcht lernen.

Dieß waren jene tröſtlichen, mit Weisheit Gewürzten Worte, die der Genius Auf ihrem Weg durch lichte Pfade ſprach, Und zu dem holden Ton der Götterſtimme Begannen rings umher die wandelnden Geſtirne neue Harmonie zu tönen. Nun kamen ſie zu der Gebäude Laſt Wo ſtolz der Iſter die geſchwollne Fluth In Schlangenkrümmungen ergießt und theilt, Die weiten Flächen Oeſterreichs benetzend, Und ehrfurchtsvoll den Fuß der Königsſtadt So vieler Völker küßt, nicht ohne ſtillen Verdruß und Neid, daß ihr die kleine Wien Den jetzt berühmten, großen Nahmen lieh. Hier hielt, auf unſichtbaren Flügeln ſchwebend, Der hohe Genius und ſenkte ſchnell Mit einem Hauche voll Belebungskraft Die auserkohrne Seel' in ihres Körpers Beſtimmte Hülle nieder; dann erhob Er ſich zu neuen Flügen in die Luft, Worin er einer Fackel hellen Strahl Aufflammen ließ, der neuen Lebensfackel Des theuern Sproſſen unſers Königsſtamms.