Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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Morgengebeth.

Die Schatten fliehn, der Morgen lacht,

Die Lerche grüßt dich, Herr, durch Lieder;

Und ich, wie ſie vom Schlaf erwacht,

Ich grüßte dich nicht auch, und ſänk' in Staub nicht nieder!

Ja niemahls glänz' ein neues Licht, Daß ich nicht froh gen Himmel ſehe, Dir Dank zu opfern, daß ich nicht In glühendem Gebeth um deinen Segen flehe.

Wenn Krankheit ihren Bogen ſpannt, So ſchütze mich; doch willſt du ſchlagen, Anbethend ehr' ich deine Hand; Nur gib mir feſten Muth, mein Uebel zu ertragen;

Gib mir, wenn meiner Feinde Neid Im Dunkeln mir zu ſchaden lauert, Ein Herz, das ihnen gern verzeiht, Mit Gutem Böſes lohnt, ſie liebet und bedauert.

Laß mich, ſind Schätze mir gewährt, Mit kluger Sorgfalt ſie verwalten, Und, was zur Nothdurft nicht gehört, Stets für ein Eigenthum ſchuldloſen Armuths haiten,