aufgreifen und ſie dem Landeshauptmann ſchicken; und dafür werden wir billigerweiſe Geld und Güter als Belohnung erhalten. Aber gute Leute werden wir nicht rupfen: ich kenne den Johannes von Levheſter, er iſit ein ehrlicher, wackerer Mann wie Gold; und wagt Einer ſeinen zwei ſchönen Töchtern nur ein Haar zu krümmen, ſo ſchlage ich ihn zuſammen wie Schnupf⸗ tabak. Das wäre doch der Teufel, wenn wir ſolche Schlingel unter uns haben ſollten wie der Heſtra⸗Jon. Sven und Du Mans! nehmt den Jon und bindel ihn an einen Baum, und gebt ihm fünfundzwanzig mit der Ochſenpeitſche.“
Göran erhob ſich bei dieſen Worten in ſeiner vollen Länge auf dem Stein, ſah höchſt ergrimmt aus, ſtreckte befehlend den Arm aus und rief noch einmal wild:„Waldgeſellen! ſagt mir, ob wir Beſtien ſein wollen: Nein, bei Gott! wir ſind Smaländer, wir gehen auf der Bahn der Ehre, und retten und helfen denen, die Noth leiden. Das iſt unſere Sache! Wir find Männer des Königs und nicht Schafe des Teu⸗ fels: Wir werden Smaland von Raub und Mord ſäubern; ja das werden wir. Wer denkt wie ich, der ſage dazu Amen und ſtrecke ſeine Hand empor!“
Ein lautes Geſchrei beantwortete Görans Rede. Alle riefen Amen unter einem Jubel, daß der Wald erbebte, und der Heſtra⸗Jon ſchlich abſeits. Aber Sven der Grimmige lief ihm nicht faul nach. Er und Mans banden den Jon an den Stamm einer hun⸗ dert Ellen hohen Fichte. Hier gaben ſie ihm ſeine fünfundzwanzig kernhafte Streiche mit einem groben Tau, das am Ende mit Knoten verſehen war. Als die Exekution zu Ende war und ſie Jon vom Baume lösten, gaben ſie ihm noch auf eigene Rechnung einige Ohrfeigen dazu, daß dem elenden lüderlichen Kerl das
Blut aus Mund und Naſe rollte. Der Heſtra⸗Jon
war nämlich wegen ſeiner Argliſt und ſeiner böſen Aufführung bei der Bande nie recht beliebt geweſen. Drei Frauen in Smaland. U. 3


