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Fr durfte ſich alſo in Liebe und Stille in einige Bücher bertiefen, die zu der kleinen Bibliothet ſeines Vaters gehörten; und er ward nun immer mehr von der Begierde ergriffen, zu forſchen, aber in jedem Gegen⸗ ſtand um deſſen ſelbſtwillen zu forſchen. Schon ziem⸗ lich vorangeſchritten im Alter, begaun er endlich in die Schule zu gehen, und harrte die geſetzmäßige Zeit im Gymnaſium aus. Durch Stundengeben und große äußere Einſchränkung war es ibm möglich, auf die Academie zu ziehen. Er arbeitete und ſtudirte hier mit eiſernem Neit Aber ſeine wachſende innige Neigung, die Wiffenſchaften um ihres Inhalts willen zu ſtudiren, was zwar das ächte und vortrefflichſte Studium iſt, machte ihn der Welt fremd; er hatte einen Abſcheu vor den Fachwiſſenſchaften, und war in der That auch nicht dazu geeignet, eine ſolche zu ergrei⸗ fen. Auch muß erwähnt werden, daß ſeine Neigung ihn veranlaßte, mehr in gewiſſen Dingen zu arbeiten, und andere für ein Examen, ſei es nun als Geiſt⸗ licher oder Magiſter, ebenſo nothwendig zu verſäumen. Bei ſeinem ſanften und verſtändigen Charakter war er der Liebling ſeiner Kameraden unter der Lands⸗ mannſchaft; einige Taugenichtſe konnten ihn zwar nicht leiden, aber fie ſchätzten ihn, und wagten es nicht, ihre Stimme gegen ihn zu erheben. Seine Lehrer liebten ihn ſo ſehr, daß mehrere ihm das An⸗ erbieten machten, ihn ohne Examen durchſchlüpfen zu laſſen; er dankte ihnen mit achtungsvoller Herzlichkeit konnte es jedoch nicht über ſich vermögen, dieſe Gabe anzunehmen. So ſah er ſich weit im Alter vorge⸗ ſchritten und zugleich in einer Lage, die ihm durchaus keine Zukunft darbot. Die Ausſichten in der Welt ſind ſehr oft im Gegenſatze zu den Einſichten; wenn dieſe gerade nicht immer das Fortkommen hindern, ſo befördern ſie es doch ſelten, ſobald es wahre Ein⸗ ſichten find. Denn ſie ſind dann in das Mark der Seele eingedrungen, und laſſen ſich ferner nicht zur


