II. Gäſle auf dem Schloß.— Eine Partie Gleeß.
Während Gage noch an der ſeinem Herzen und ſeiner Eigenliebe geſchlagenen Wunde litt, trafen ein halbes Dutzend Gäſte auf dem Schloſſe ein, und da ſie gerade die rechten Leute waren, um ihn aufzuheitern, ſo begrüßte er ihr Erſcheinen mit unverhohlener Freude.
Alle Sechs waren auserleſene Geiſter— wenigſtens hielt Gage ſie dafür— verſchiedene Nüancen vom Wüſtling und Spieler. Einen hatte er im Auslande kennen gelernt, einen in London, während die übrigen alte Univerſitätsfreunde wa⸗ ren, von welchen zwei die Streiche auf der Univerſität und auch ſeine Schande getheilt hatten.
Mit zwei Ausnahmen waren es lauter ſehr junge Leute, denn der älteſte war nicht mehr als fünfunddreißig und eben um ſeines Alters willen ſoll er hier zuerſt geſchildert werden.
Wie erbleichen doch oft Sterne des erſten Glanzes an der faſhionablen Hemiſphäre und erlöſchen auf immer! Wer kannte vom Jahre 1720 bis 1730 nicht den Stutzer Freke? Und wer kannte ihn zehn Jahr ſpäter noch? Wer ge⸗ denkt jetzt ſeiner? Berühmt wegen ſeines verwegenen Muthes, ſeines Glückes beim Spiele, ſeiner Gewandtheit im Fechten (er hatte vier Duelle gehabt und jedesmal ſeinen Gegner ge⸗ tödtet), ſeines herrlichen Aeußeren und ſeines vollendeten
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