.
Der Nachtkeller. 249
zwiſchen ihnen gewechſelt, bis ihnen die Pacht, welche bei Wapping vor Anker lag, zu Geſicht kam. Als ſie ſich an ihre Seite legten, bewies die große Anzahl von Matroſen in holländiſcher Kleidung, welche ſich an ihrem Bord ſehen ließen, deutlich, daß die Mannſchaft auf der Hut war; ein Tau ward herabgelaſſen und der Schiffspatron ſtieg auf Deck. Dann wurden Anflalten getroffen, um Thames an Bord zu ſchaffen. Jonathan hob ihn in ſeinen Armen und ſchlang ihm das Tau um den Leib und auf dieſe Weiſe ward der arme Knabe ohne Mühe hinaufgezogen.
Während er in der Luft ſchwebte, warf Thames noch einen durchdringenden Blick auf ſeinen Onkel zurück und rief mit drohender Stimme:„Wir werden uns wiederſehen.“
„In dieſer Welt nicht,“ entgegnete Jonathan.„Lichte die Anker, Van!“ rief er dem Patron zu,„und lies deine Depeſchen.“
„Jah— jah!“ verſetzte der Holländer und ergriff Thames, mit dem er unter dem Deck verſchwand.
Bald darauf kam er mit der Nachricht wieder, daß der Gefangene ſicher untergebracht wäre; und nachdem er ſeiner Mannſchaft die nöthigen Befehle gegeben hatte, enffaltete die Zeeſlang nach wenigen Minuten ihre Segel der erſten Morgenbrieſe.
Auf den Befehl des Diebsfängers ward das Boot dann in eine ſchlammige Einfahrt gerudert, welche in ſpäteren Zeiten den Namen Execution Dock erhalten hat. Sobald es hier angelegt hatte, ſprang Wild ans Land und fand mehrere Perſonen zu ſeinem Empfange bereit, unter denen auch Quilt Arnold mit einem geſattelten Pferde war. Auch hielt eine Kutſche in einiger Entfernung.
Sir Rooland, der tief in Gedanken verſunken, die lang⸗ ſam den Fluß hinabgleitende Macht nicht aus den Augen ge⸗ laſſen hatte, ſtieg bedächtiger ans Land.


