Druckschrift 
Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Einzelbild herunterladen

334

herausſchaute, und Jvo den Florian in ihm erkannte. Er wollte ſeinen Augen kaum trauen, bis Florian auf ihn zukam und mit unbändigem Gelächter den ſonderbaren Ochſentreiber bewillkommte.

Jvo erzählte nun Alles, und Florian ſchrie, auf den Tiſch ſchlagend:Noch eine Bouteill, brav, das iſt recht, ich helf' dir durch, du haſt meine Parole. Narr, ohne Paß kommſt du nicht auf Straßburg, da, er ſchlüpfte behend aus ſeinem blauen Ueberhemde,zieh das an, da wird dich jeder für einen Straßburger Metzger halten, und, ſetzte der Schelm hinzu, ſeine ſchwere Geldkatze aufhebend, die tragſt du auf der Achſel, die macht dich ferm zu einem von uns.

Jvo ließ ſich Alles gern gefallen und zog, nachdem er ſich ſattſam geſtärkt hatte, wohlgemuth mit Florian weiter. Florian war ſeinerſeits froh, viel von ſeinem angeſehenen Leben erzählen und den Nordſtettern ein Schnack ſpielen zu können; dabei half er aber auch dem Jvo von Herzen gern.

Es war ein heißer Tag, oben an der Höllſteig wurde Mittag gemacht. Florian ſetzte dem Jvo mit Trinken ſehr zu, ſo daß dieſer ſich eine Weile von ihm loszumachen ſuchte. Er ging in die Schmiede neben dem Wirthshauſe und unterhielt ſich mit dem Meiſter, es heimelte ihn hier wiederum ſo an, wie ehedem zu Hauſe. Plötzlich gedachte Jvo, daß hier der Ort und dieß der Mann ſei, bei dem ſich einſt ſein Nazi verborgen; eben wollte er nach ihm fragen, als der Schmied zu ſeinem Jungen ſagte:

Da, trag die zwei Pflugeiſen nüber zum Beßtebuur.

Wie weit iſt das? fragte Jvo.

Eine gute Viertelſtund'.

Ich geh' mit, ſagte Jvo, ſprang in das Wirthshaus, ſagte Florian, daß er bald wiederkäme, und er würde ihn ſchon wieder einholen, dann legte er das Ueberhemd ab und nahm ſein Waldhorn unter den Arm.