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Zu Hauſe weinte die Mutter mit ihren Töchtern ſo laut, als ob Jemand geſtorben wäre, ſo daß alle Vor⸗ übergehenden eine Weile vor dem Hauſe ſtehen blieben; aber alle Bitten der Mutter und der Kinder halfen nichts, der Schloßbauer blieb bei ſeinem Vorſatze. Der alte Staufer reiste wieder nach Hauſe, ohne nochmals zu ſeiner Tochter zu kommen, er ließ ihr nur durch den Marem Adjes ſagen.
Der alte Zuſtand dauerte fort, der Schloßbauer und ſeine Frau lebten oft in Unfrieden, aber das Vefele wußte immer Alles gut zu machen. Der Vater hatte eine ge⸗ wiſſe heilige Ehrfurcht vor dem Kinde, denn„das Kind“ hieß das Vefele im ganzen Hauſe. Es hatte ein ſo engel⸗ mildes Antlitz und eine ſo bezaubernde Stimme, es durfte nur ſeine Hand nehmen, ihn mit den treuen blauen Augen anſchauen und ſagen:„Aber lieber Aetti,“ und er war ſtill und gut; der ſtarke, trotzige Mann ließ ſich von ſei⸗ nem Kinde beſänftigen, wie wenn es ein höheres Weſen wäre, nie redete er ein hartes Wort, wenn das Vefele zugegen war, er that ihm Alles, was es wollte, zu Ge⸗ fallen, nur nicht die Verſohnung mit ſeinen Feinden.
In dieſer letzteren Beziehung war der Schloßbauer, trotzdem er nach außen ſo feſt“ und beſtimmt auftrat, doch innerlich in einem gewaltigen Zwieſpalte. Er hätte gern ſeinen Feinden gutwillig die Hand gereicht, aber er ſchämte ſich, ſo ſchwach zu ſein, wie er es nannte, und er glaubte auch, er habe es ſchon zu weit kommen laſſen, ſeine Ehre hänge davon ab, es durchzuſetzen. Dann, wenn er an die Ehre dachte, erhob ſich wieder ſein Stolz und er hielt ſich für etwas Beſſeres, als alle die andern Bauern. In letzterm Gedanken beſtärkten ihn die ſchmarotzenden Schrei⸗ ber in dem nahen Städtchen und der Kronenwirth; ſie redeten ihm viel vor von ſeinem ungewöhnlichen Verſtande und von ſeinem Baronenvermögen; er glaubte es zwar nicht, es that ihm aber doch wohl, es zu hören. Nach
und nach, als er merkte, daß die Stadtleute wirklich nicht geſcheiter waren, als er, hielt er ſich in der That für
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