Druckschrift 
Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„Was kriegen wir denn, wenn wir dein' Pfeif' wieder⸗ bringen?“ fragte Fideli.

„Sie iſt Euer.“

Die Beiden ritten wie im Sturme davon den Weg nach Empfingen, Hansjörg und Kätherle ſchauten ihnen nach. Dort, an der kleinen Anhöhe, wo die Lehmgrube für die Ziegelhütte iſt, hatten ſie die Marodeurs faſt eingeholt; als dieſe ſich aber verfolgt ſahen, machten ſie keck kehrtum, ſchwenkten ihre Säbel und der eine zielte noch mit einer Piſtole. Als der Fideli und der Kaver das ſahen, machten ſie ebenfalls hurtig kehrtum und waren ſchneller wieder da, als ſie dort geweſen waren.—

Von dieſem Tage an that der Hansjörg keinen Zug mehr aus einer Pfeife. Vier Wochen ſpäter wurde er von der Kanzel herab mit dem Kätherle verkündet.—

Eines Tages ging Hansjörg nach der Ziegelhütte; er war hinter dem Hauſe hergekommen, Niemand hatte ihn geſehen; da hörte er drinnen das Kätherle mit Jemanden ſprechen: „Alſo du kennſt ſie ganz genau?“ fragte das Kätherle.

„Warum ſoll ich ſie nicht kennen?“ erwiederte der Angeredete. Hansjörg erkannte an der Stimme das rothe Maierle, einen Handelsjuden,„ich hab ihn ja oft genug mit ihr geſehen! er hat ſie ſo gern gehabt, wie er dich hat, und wenn es' gegangen wär', ich glaub', er hätt' ſie geheirathet.“

„Weißt du,“ ſagte Kätherle,„ich will nur ſehen, wie er die Augen ſperrangelweit aufreißen wird, wenn er ſie an ſeiner Hochzeit wiederſieht. Ich kann mich alſo ganz gewiß darauf verlaſſen?“

„So gewiß ſoll ich hundert tauſend Gulden reich werden, ſie muß da ſein.“

„Aber der Hansjörg darf nichts von ihr erfahren.“ „Stumm wie ein Fiſch!“ erwiederte das rothe Maierle und ging davon.

Hansjörg kam ſchüchtern zu Kätherle, er ſchämte ſich zu geſtehen, daß er gehorcht habe; als ſie aber traulich bei einander ſaßen, ſagte er;„Ich will dir's nur ſagen,