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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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tion, wie ſie eigentlich das wahrhaft reuige Gemüth, mit feſtem Vorſatze ausgerüſtet, ſchon allein für ſich empfinden muß.

Sonntags darauf ging Hansjörg zur Beichte. Man hat nie erfahren, welche Buße ihm auferlegt wurde.

Man ſollte meinen, ein Menſch müſſe einen beſondern geheimen Zug nach der Stelle hin haben, wo ein Stück ſeines lebendigen Daſeins ruht. Wie uns das Vaterland doppelt heilig iſt, weil die Gebeine unſerer Lieben darin ruhen; wie uns die ganze Erde erſt recht heilig wird, wenn wir bedenken, wie ſich die Körper unſerer Freunde und Mitmenſchen mit ihrem Staube vermiſchen, ſo muß ein Menſch, von deſſen eigenem unzertrennlichen Körper ein lebendiger Theil ſchon Erde geworden, ſich von der unendlichen Macht der irdiſchen Heiligkeit angezogen fühlen, und ſich oft nach einem Theil ſeiner Ruheſtätte hinwenden.

Solche Gedanken, wenn auch eine dunkle Ahnung davon in unſerm Freunde aufſtieg, konnten jedoch, wie natürlich, bei einem Menſchen, wie unſer Hansjörg war, nicht lange haften. Er ging tagtäglich nach des Zieglers Haus, nicht weil ein Todtes, ſondern weil ihn das Leben, d. h. die Liebe zu Kätherle, hinzog. Manchmal aber ging er auch recht betrübt von dort weg, denn das Kätherle ſchien es darauf angelegt zu haben, ihn zu ärgern und zu meiſtern. Das Erſte, was das Kätherle immer und immer von ihm verlangte, war: daß er das Rauchen auf⸗ geben ſolle. Er durfte es nie küſſen, wenn er geraucht hatte, und ehe er zu ihm ging, mußte er faſt immer ſeine liebe Pfeife verſtecken; in des Zieglers Stube aber durfte er nie und nimmer rauchen, und ſo gern er auch dort war, machte er ſich doch immer nach einer Weile wieder fort. Kätherle hatte wohl recht, wenn es ihn oft damit neckte.

Hansjörg ärgerte ſich gewaltig über den Eigenſinn Kätherle's, und er ſteifte ſich immer mehr auf ſeine Lieb⸗ haberei. Er meinte, es ſei unmännlich, ſich von einem Weibe etwas vorſchreiben zu laſſen; das Weib müſſe nach⸗ geben, dachte er, und dann muß man auch bekennen: es war ihm rein unmöglich, ſeine Gewohnheit aufzugeben.