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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Der Jorgli führte die Rekruten bis Herrenberg, von dort an gingen ſie zu Fuß. Beim Abſchied fragte Jörgli den Aloys:„Soll ich nichts ausrichten an's Marannele?“—

Aloys ſchoß alles Blut in den Kopf. Der Jörgli war ihm gerade der unrechteſte Botenmann, und doch hatte er eben den Mund geöffnet, um einen Gruß zu ſagen.

Unwillkürlich aber brach er in die Worte aus:„Du brauchſt gar nichts mit ihm zu ſchwätzen, es kann Dich auch für den Tod nicht ausſtehen.“

Der Jorgli fuhr lachend davon.

Unterwegs hatten die Rekruten noch ein bemerkens⸗. werthes Abenteuer: ſie zwangen nämlich im Böblinger Walde einen Holzbauern, ſie den zwei Stunden langen 1 Wald zu fahren; Aloys war der Aergſte dabei; er hatte 1 den Jörgli ſo oft von verwegenen Soldatenſtreichen erzählen hören, und er wollte auch ſo ſein. Er war aber auch der Erſte, der am Ende des Waldes ſeinen ledernen Beutel öffnete, und dem wieder umkehrenden Bauern Etwas gab.

Vor dem Tübinger Thore wurden die Ankömmlinge von einem Feldwebel in Empfang genommen. Mehrere Nordſtetter Soldaten waren ihren Landsleuten entgegen gegangen, der Aloys biß die Zähne über einander, als ſie Alle:„Grüß Gott, Tolpatſch!“ ſagten. Das Johlen und 13 Singen hatte nun ein Ende, ſtill wie eine Heerde Schafe wurden die Rekruten in die Legionskaſerne geführt. Aloys ſagte ſeinen Landsleuten, daß er als Freiwilliger zur Kavallerie gehen wolle, denn er wollte es dem Jörgli nachmachen. Als er aber hörte, daß er dann wieder nach Hauſe müſſe, da das Exercitium der Kavallerie erſt im Herbſte beginne, da dachte er: Nein, das geht nicht, ich muß als ein ganz anderer Kerl heimkommen, dann ſoll mir noch Einer Tolpatſch ſagen, ich will Euch ſchon tolpatſchen.“

Aloys wurde nun in das fünfte Infanterieregiment eingereiht, er war gegen alle Erwartung anſtellig und gelehrig. Leider hatte er auch hier ein Mißgeſchick, denn er bekam einen Zigeuner als ſeinen„Schlaf“.*) Der

Schlafkameraden, da ſtets zwei Soldaten auf einer Pritſche ſchlafen. 2