Ich forſchte lange unter den Papieren von Ribbings⸗ holm nach, Herr Hugo, um Aufſchluß über den Umzug der beiden Fräulein Amanda und Adolphine von Stafſjs nach dem ſchönen Schloß bei Glan in Oſtgötland zu er⸗ halten. Aber es findet ſich eine große Lücke in ihrer Ge⸗ ſchichte: von dem Augenblick an, wo wir ſie wahnſinnig an den Fenſterrahmen von Stafſiö hängen ſahen, bis zu dem Zeitpunkt, da ſie mehrere Jahre nachher in dem obern Stockwerk von Ribbingsholm erſchienen und Hand in Hand durch den langen Salon hinwanderten, abwechslungsweiſe bei Verſtand und einander ſchweſterlich pflegten, wie ich ſie ſelbſt auf meiner Oſtgötareiſe ſah und in der Einlei⸗ tung beſchrieb. Welche innere Kämpfe und Zuſtände ſie durchgemacht hatten, kann ich nicht angeben. Ich ver⸗ muthe jedoch, daß die verwittwete Baronin, ihre Mutter,
den Rath der fortreiſenden Lazuli beherzigt habe, und ſo
die zwei unglücklichen Schweſtern allmälig mehr und mehr dahin kamen, ſich ſelbſt zum Gegenſtand ihrer warmen Liebe zu machen. Ein inniges Hinſchauen auf die beiden Porträts hielt vielleicht ebenfalls ihre Angen ruhig, und trennte ſich von andern verwirrenden Bildern. Und be⸗ ruhigte Augen geben auch nach und nach dem Verſtand Ruhe, Herr Hugo.
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