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Auriol oder: Das Lebenselixier : ein Roman : Bd. 1 und 2 / von W. Harrison Ainsworth. Aus dem Engl. übers. von Ernst Susemihl
Entstehung
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Kirche gewöhnt iſt, Zeuge zu ſein von all dem Prunk und Glanz, der bei dieſer hohen Feierlichkeit zur Schau geſtellt wird jenen ſchimmernden Raum hinunter zu blicken, und die verſchiedenen geiſtlichen Würdenträger, jeden in ſeinem eigenthümlichen und charakteriſtiſchen Ko⸗ ſtüm zu beachten, mit der Ausübung ihrer geheiligten Funktionen beſchäftigt und von einem weiten Halbkreiſe der päpſtlichen Garde umgeben, die ſo aufgeſtellt iſt, um die Menge zurückzuhalten, und die in ihrem ſcheinenden ſcharlachrothen Aufzuge und ihren hohen Hellebarden den kriegeriſchen Figuren glichen, die wir auf den Skizzen Callot's ſehen. Auch wurde der glänzende Effekt dieſes Bildes nicht vermindert durch den prächtigen Rahmen, in den es gefaßt war. Darüber flammte eine von Gold ſtrahlende Decke; vor mir erhob ſich ein Baldachin, von Porphyrſänlen getragen und ſchimmernd von vielfarbigen Steinen, während ſich zu beiden Seiten Kapellen befan⸗ den, die irgend einem adligen Hauſe gewidmet waren und wovon jede das marmorne Denkmal eines Papſtes zeigte. Von Zeit zu Zeit wurden melodiſche Meſſen, die dem Gottesdienſte angemeſſen waren, von dem päpſt⸗ lichen Chor geſungen, und hundert Rauchfäſſer verbreite⸗ ten betäubende Wohlgerüche.

Von den Wohlgerüchen, von der Muſik und dem Schauſpiel überwältigt, verſank ich in einen Zuſtand der träumeriſchen Begeiſterung, während deſſen ich mir faſt einbildete, zu dem katholiſchen Glauben übergetreten zn ſein, und mich ohne Bedenken der Bewunderung de