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Auriol oder: Das Lebenselixier : ein Roman : Bd. 1 und 2 / von W. Harrison Ainsworth. Aus dem Engl. übers. von Ernst Susemihl
Entstehung
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viele fünfzehn bis ſechzehn Fuß hohe Pfähle ſtanden, die mit Menſchenköpfen geziert waren. Zu ſeiner Ueberra⸗ ſchung bemerkte der Doktor, daß ein großer Mann ſo⸗ eben zwei von dieſen Pfählen umgeworfen hatte und im Begriff war, ſie von ihrer gräßlichen Laſt zu befreien.

Als er dieſen Z veck erreicht hatte, warf der geheim⸗ nißvolle Räuber ſeine Beute in einen ledernen Sack, wo⸗ mit er verſehen war, band ihn zu und war im Begriff vermöge einer Strickleitir, die an den Zinnen befeſtigt war, ſich zu entfernen, als ſein Rückzug plötzlich von einem Thorwächter abgeſchnitten wurde, der eine Helle⸗ barde und eine Laterne trug und aus einer Thür hervor kam, die auf das Bleidach hinausführte.

Der Räuber ſah ſich um, bemerkte das offene Fenſter, vor welchem Doktor Lamb ſtand, und ſchleu⸗ derte den Sack mit ſeinem Inhalt durch daſſelbe hinein. Dann verſuchte er die Leiter zu erreichen, wurde aber von dem Thorwächter daran verhindert, der ihm mit ſeiner Hellebarde einen heftigen Schlag an den Kopf verſetzte. Der Räuber ſtieß einen lauten Schrei aus und verſuchte ſein Schwert zu ziehen; ehe er aber dazu im Stande war, empfing er von ſeinem Gegner einen Stoß in die Seite. Dann fiel er nieder und der Thor⸗ wächter würde den Stoß wiederholt haben, hätte ihm nicht der Doktor zugerufen, davon abzuſtehen.

Tödtet ihn nicht, guter Baldred, rief er.Der Verſuch mag nicht ſo verbrecheriſch ſein, wie er ſcheint. Ohne Zweifel ſind die verſtümmelten Ueberreſte, welche der arme Unglückliche hat entführen wollen, die ſeiner

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