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6 Siebenundſechszigſtes Kapitel.
paßt für den Sträuber, und es iſt viel ſcheues, heimliches Weſen dabei. Man verſichert zum Beiſpiel ſo einen armen Teufel in einem Duzend dergleichen Anſtalten, dann ſtirbt er oder ſie laſſen ihn ſterben und bekommen eine recht hübſche Summe. Ich weiß genau, daß der Sträuber und die Schwemmer ihren Mann auf dieſe Art verſicherten, und als er bald darauf an vieler Freund⸗ ſchaft ſtarb, wurde ihnen wacker ausbezahlt.“
„Aber was hat er im Schloß zu ſchaffen?“
„Da macht er mit den Bedienten, ſo ſagt er, die oben er⸗ wähnten Geſchäfte. Aber ich glaube ihm doch nicht; ich ſah ihn zu oft in der Gegend herum flankiren, und Sie können denken, Herr, daß ich ihm eifrig nachſpüre. Er geht meiſtens in den öſtlichen Seitenflügel; dort wohnt ein alter General; ich glaube Baron von W.“
„Ah! dahin geht er!“ ſprach der Andere, plötzlich ſehr aufmerkſam werdend, wobei er haſtig ſeine Stellung veränderte und ſeinen Oberkörper aufrichtete.„Das intereſſirt mich auf s Höchſte. Sei ſo gut, Mathias, und nehm dich der Sache an; ſpare keine Mühe, keine Koſten, ſtelle einen oder zwei Vertraute zur Beobachtung auf; er ſoll keinen Schritt mehr thun, den wir nicht erfahren. Berichte mir täglich darüber und ſo umſtändlich als möglich.“
„Daran ſoll's nicht fehlen,“ erwiederte Mathias lächelnd.
„Dann noch eins, Mathias,“ fuhr der Andere mit ernſter Stimme fort.„Ich habe da unter der Hand etwas von einem Kinderhandel, der ſchwunghaft betrieben werden ſoll, gehört. Pfui Teufel! Das iſt'ne Schande, und ich will das nicht leiden. Du weißt, lieber Mathias, ich ſpreche nicht gern zwei Mal von einer Sache, und wenn ich meine Hand ausſtrecke, ſo zerdrücke ich die Schuldigen, mögen ſie ſein wer ſie wollen.“


