und Langwierige dieſes Geſchäftes wieder fahren laſſen. Wahre Stärke der Seele denkt aber nicht bloß jenen Gedanken mit hohem Intereſſe— das könnte auch wohl die augenblickliche Begei⸗ ſterung einer erhitzten Phantaſie ſeyn—; ſie wird nicht bloß durch jene Erinnerung nicht lge⸗ ſchreckt—3 das könnte wohl daher rühren, daß ſie nicht lebhaft und deutlich genug wäre—; ſie führt wirklich aus, was ſie ſich vorgeſetzt und be⸗ gonnen hat; ſo viel ſich auch des Unangenehmen und Hindernden dabei findet. Die Arbeit ver⸗ drießt, das Einförmige und Verwickelte ermüdet ſie nicht; Verſuchungen machen ſie nicht abwen⸗ dig; ſpätere Erfahrungen laſſen ſie den frühern Entſchluß nicht bereuen; vereitelte Hoffnungen verleiden ihr nicht, wofür ſie ſich einmal beſtimmt hat. Sie unternimmt nichts, ohne reifliche Prüfung, ohne ſich von der Nothwendigkeit und Heilſamkeit überzeugt, alle Zweifel und Schwie⸗ rigkeiten erwogen, und ſich auf alles gefaßt ge⸗ macht zu haben. Dann iſt aber auch kein Ur⸗ theil der Welt, kein Lob und kein Tadel, keine Furcht und keine Hoffnung im Stande, ſie da⸗ rin zum Wanken zu bringen. Was ſie verehrt, dem ſie ſich gewidmet hat, das muß pollbracht
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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
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