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Natur ein weibliches Weſen ausgeſtattet haben mag, mit einiger Rohheit behaftet, und gelangt nie zu derjenigen Ausbildung, die allein Reife und Wahrheit hat. Der Verſtand muß die feinern Saiten des Herzens ſpannen, wenn ſie hell und harmoniſch tönen ſollen. Ein richtiges Schicklich⸗ keitsgefühl iſt nichts andres, als die Wirkung ei⸗ ner klaren Einſicht in die Angelegenheiten und Verhältniſſe des Lebens. Dieſe ſind auch die ei— gentliche Sphäre für weibliches Wiſſen und weib⸗ liche Aufklärung. Doppelt ehrwürdig wird die Sanftheit des Weibes, zur vollen Entwickelung gelangt nur dann die milde Stimmung, verſchö⸗ nernd wirkt nur dann die Hand im häuslichen Kreiſe: wenn ſich zu jenen noch deutliche und wahre Kenntniß des Innern und der nächſten Umgebungen, nebſt einem weiſen Nachdenken dar⸗ uber, geſellt. Aber kaum giebt es eine unange⸗ nehmere Täuſchung als die, hinter einem ſchönen Geſichte und einem ſanften, anmuthsvollen Be⸗ tragen einen düſtern Verſtand, rohen Aberglau⸗ ben, plumpe Gemeinheit und eine trübe Seele zu entdecken.
Leicht verirrt ſich indeß die Kultur des Ver⸗ ſtandes über diejenigen Gränzen, die ihr durch
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reine Weiblichkeit unverrückbar geſetzt ſind. Auch


