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nen Empfindungen darf nichts ſeyn, was die lei⸗ ſeſten Forderungen des geſunden Gefühles belei⸗ digte. Je genauer Sie es hierin nehmen; je ernſtlicher und gewiſſenhafter Sie alles meiden, was jemand anſtößig, eckelhaft, verfänglich oder nur ſchwankend ſcheinen könnte: deſto ſchöner drückt ſich in Ihnen das Zarte der Weiblichkeit aus. Der echt weiblichen Seele iſt jeder Miß⸗ laut unerträglich; und das ſchönſte Lob, das man einem Weibe ertheilen kann, iſt: daß man ſich in ſeiner Gegenwart wenig erlauben dürfe. Wer un⸗ anſtändige Freiheiten dulden kann, iſt auch im Stande, ſie ſich ſelbſt zu nehmen. Das Zartge⸗ fühl des Weibes iſt die Glorie ſeiner Vergötte⸗ rung. Ich weiß keinen Namen, die Schändlich⸗ keit desjenigen auszudrücken, das ſich zu Grob⸗ heiten, Schimpfwörtern, Fluͤchen, Zweideutigkei⸗ ten und Zoten wegwerfen kann. Hier iſt gewiß auch das Herz laſterhaft.
Reinigkeit des Herzens iſt des Weibes Edelſtes. Das Zartgefühl ſoll ſich durch ſittliche Selbſtbildung dahin erheben, daß es dieſe Rei⸗ nigkeit werde. Dies geſchieht, wenn es ſich im Innerſten des Lebens befeſtigt, alle Gedanken und Empfindungen begleitet, und nichts Unlautres mit dem Gemüthe in Gemeinſchaft treten läßt. Ohne


