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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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deſto angelegentlicher ſich bemühen, durch ſein zar⸗ tes Gemüth, den männlichen Ungeſtüm zu mil⸗ dern. Dieſes zarte Gemüth iſt eine Natur, die, weil es ihr an Körperkraft gebricht, mehr in ſich ſelbſt leben muß, auch allein angemeſſen die Quelle des Glückes und zahlloſer Freuden im häuslichen Leben.

Freilich darf die weibliche Empfindſamkeit

nie in allzugroße Reitzbarkeit ausarten, die durch

ſolche Dinge, welche das geſunde Gefühl kaum berühren, heftig erſchüttert wird. Die Empfin⸗ delei iſt Krankheit des Körpers oder der Seele. Immer aber nur ſey ſie mehr als Grimaſſe

bleibt ſie beſſer und achtungswehrter, als das

froſtige Weſen, das, von Eitelkeit, Zerſtreuungs⸗ ſucht und Weltſinn erzeugt, ſich der natürlichſten Gefühle ſchämt, und eine Ehre darin ſucht, herz los zu ſeyn. Ein Weib ohne Empfindung iſt ein Ungeheuer. Das echt weibliche Herz findet noch in dem Nahrung, was dem Manne nur zur Be⸗

ſchäftigung für den Verſtand oder zur Regel für

den Willen dient. Vollſtimmig töne in der weib⸗ lichen Seele die Harmonie der Natur, während der Mann ihre Umriſſe mißt, oder ihr Weſen und ihre Wirkungen ſtudiert.

Aber nur diejenigen Gefühle ſind der reinen