243
In Colmar traf er die Sachſen, wel⸗ che hier ein ſehr wohl eingerichtetes Spital mit gewohnter Treue beſorgten, und deren Aerzte die freien Stunden des Dienſtes, unter wiſſenſchaftli⸗ chem Studium, botaniſchen Excurſionen, und klei⸗ nen Schweizerreiſen theilten. Ihr Heer verehrte jetzt in ſeiner Mitte, die allgeliebten Prinzen des Koͤnigshauſes, mit innigſter Liebe, und ſahn in ihnen die Morgenroͤthe kuͤnftigen Gluͤcks; denn Sie, die Bruderſoͤhne des allverehrten Koͤnigs, wußten jedes Herz zu treuer Liebe zu entflammen.
Schon hatte unſer Freund den Rheinfall bewundert, ſchon die herrliche Schweiz begruͤßt, und ſuchte jene Thaͤler, die Mimilis Zauber belebte,(ihre Erzaͤhlung, das ſchoͤne empfindungs⸗ reiche Gedicht des herrlichen Clauren war ihm von einem ſeiner Freunde, verehrt worden) und belebte ſeine Phantaſie, ſie maͤchtig zu anisca's Erinnerung hinziehend.
Dort ſtund er nun auf einer jener Alpen und ſeine Augen ſuchten die wunderſuͤße Maid.
Da klopft's ihm auf die Schulter, und ein wuͤrdevoller, ſchoͤner und ernſter Mann in Schwei⸗
*) Die Sachſen ſtunden im Jahre 1815 und 1816 im Elſaß, und zuletzt ein Theil derſelben in der Gegend von Calais⸗ 188


