Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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Sie erblickte die Gräfin, welche in finſterem, un⸗ entſchloſſenem Brüten vor ſich niederſah, und war einen Augenblick zweifelhaft, ob ſie dieſelbe ſtören ſollte oder nicht. Ihre Affenliebe gewann aber bald die Oberhand über alle Bedenken und ſie trat hinein.

Milinka maja, was bekümmerſt Du Dich? ſprach ſie leiſe in dem kindiſchen Tone der Amme, welche einen Säugling beruhigen will;was thun ſie Dir, mein Anjel, meine Schönheit? O Duraſchka, ich glaube gar, Du weinſt, komm, trockne Deine Thränen, Boze mo)j, ſie wird ſich die ſchönen Aeuglein verderben.

Laß mich in Ruhe, einfältiges altes Weib, herrſchte ſie die Gräfin an,geh' hinaus, Du dummes Thier beleidige meine Blicke nicht!

Aber die Amme machte nicht mehr Umſtände mit ihr, als eine Wärterin mit einem ſchreienden, unge zogenen Kinde.

Komm, Golluwitſchka, ruhig, Sertzitſchka, ſprach ſie, den ganzen Vorrath von Schmeichelnamen erſchöpfend, an welchen die ruſſiſche Sprache ſo reich iſt, und ſo groß iſt die Macht der Gewohnheit, ſo groß war ihr Einfluß auf die Gräfin, daß es ihr nur gar bald ge⸗ lang, die Stimme des Gewiſſens derſelben zu über⸗ täuben.

Bei Leibe nichts ſagen um der Jungfrau von