nen Ueberſpanntheit des Augenblicks waren— eine unheilbare Wunde zugefuͤgt.“
„Ach, aus Irrthum, gedenken Sie nicht dieſer halb wahnſinnigen Worte einer hoffnungsloſen Verzwei⸗ felnden— ſeien Sie edel und nicht blos barmherzig! Wohin kann ſich nicht die Phantaſie einer armen, von Gott und ihrem eigenen Herzen verlaſſenen Frau ver⸗ irren, wenn man ſie verſtoͤßt und auf ihre Klagen nicht hoͤren will!“
Ohne zu antworten, begann der Doctor die Thuͤr der Pforte langſam wieder zuzuziehen.
Lilia befand ſich bereits auf der andern Seite.
„O Arnold, Sie wiſſen ja, daß Sie allein bei mir Gatten, Freundes und Bruders Stelle vertreten, obſchon Sie mich nicht mehr lieben und nicht mehr achten. Sie verbergen Ihre Verachtung, Ihren Ab⸗ ſcheu vor der armen Lilia nicht und doch weiß Lilia in der ganzen Welt keinen Mann, von welchem ſie das dulden wollte und koͤnnte, was ſie von Ihnen geduldet hat. Wollen Sie ihr denn die Hand zum Abſchied verweigern?“
Der Doctor verweigerte ihr nicht ſeine Hand, aber kein freundlicher Druck beantwortete den, den er erhielt.
„Es iſt einerlei,“ ſagte die junge Frau vor ſich hin, als ſie forteilte,„ich brauche Dich jetzt und Du biſt auch nicht ſo eiſern, wie Du ſcheinſt... Gunnel,


