Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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aus die Sache errieth und billigte, gewiß nicht eher wie⸗ der zur vollen Beſinnung kommen könnte, bis es ihm die Glückwünſche unmöglich machten, zurückzugehen. Ueberdieß hatte er ſein Ehrenwort auf die Erfüllung jeder Bedingung verpfändet; er konnte ſich alſo keine Blöße geben. Und wenn nur erſt alle Förmlichkeiten vorüber wären, was der Oberſt ſo viel als möglich be⸗ ſchleunigen wollte, würde ſich Klas Malchus ohne Zwei⸗ fel ganz damit zufrieden geben.

Nun aber geſchah es, daß nichts von all' dem ein⸗ traf, ſondern im Gegentheile etwas ganz Anderes, von dem ſich der Oberſt in ſeinem Leben nie etwas hätte träumen laſſen; und daß dieſes Andere ihm paſſirte, dem großen Kenner und Beurtheiler der Menſchen— das war ein Schlag, wie nie eine Elektriſirmaſchine einen ähnlichen verſendete.

Damit verhielt es ſich nämlich ſo, daß in demſel⸗ ben Momente, wo der Oberſt die letzten Worte ausge⸗ ſprochen hatte:„Der General hatte die Güte, Deine Bitte um Fräulein Hedwigs Hand zu gewähren ꝛc. ꝛc“ ein Stoß von ganz anderer Art Klas Malchus mitten in's Herz traf. Der Blitz erhellt ein dunkles Zimmer nicht ſchneller, als dieſe Aeußerung ihm den dunklen Raum in ſeines Vaters Seele beleuchtete. Ein tiefer, ein tödtlich bitterer Schmerz nahm die Stelle ein, wo jüngſt das junge Paradies geblüht hatte. Die Wer⸗ bung um Hedwig, und der Umſtand, daß ſein Vater ohne ſein Wiſſen und Willen über ſeine Hand verfügt hatte, ſchien ihm das Geringſte zu ſeyn; das Gräßlichſte war aber die ränkevolle, ſchändliche Art, wie ein Vater dem Sohne das treuherzige Verſprechen entlockt hatte. Wer von ihnen ſollte jetzt ehrlos vor dem Generale da ſtehen? Konnte Klas Malchus von ſeinem Vater ſagen: „So und ſo hat er mich betrogen?“ Nein— und eben ſo wenig konnte er ſein Leben, ſeine Ruhe zum Opfer bringen! Er wollte es nicht und war feſt entſchloſſen, es nicht zu thun.