I. Ein Abſchied.
„Mach' mir keine Vorwürfe— ſprich nicht hart zu mir! Mein Herz iſt ſo voller Klage. Es iſt mir als ſäße ein Kind darin und weinte und ich könnte daſſelbe nicht be⸗ ruhigen!“
„Das Kind biſt Du ſelbſt, meine Juanna! Du haſt mit dem Blute Deiner ſpaniſchen Mutter weniger von dem Feuer als von der ſteifen Grandezza und der wehmüthigen Romantik dieſes Volkes geerbt.“
Dieſe Worte wurden zwiſchen einem jungen Manne und einem ſehr jungen Mädchen gewechſelt, welche nebeneinander in der Vertiefung eines auf einer kleinen einſamen Inſel ge⸗ legenen Felſens ſitzend, auf's Meer hinaus ſchauten, das in den erſten Stunden des neuerwachten Sommertages klar und ruhig dalag, und ein treues Bild der huͤbſchen Gruppe droben in ſich aufnahm.
Und wohl war ſie hübſch die Gruppe, die von der auf⸗ gehenden Sonne beleuchtet, wie verklärt erſchien!—
Einige leichte Regentropfen waren wie glänzende Perlen in den dunklen Locken des jungen Mädchens hängen geblie⸗ ben, während ihre tiefſchwarzen Augen, in denen ein wiewohl verſchleierter Himmel von Gluth und Liebe lag, über die


