Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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vielen Nachtwachen und von aller Anſtrengung, den von widri⸗ gen Winden aufgehaltenen Gatten mit Hoffnung und Zagen erwartete.

Endlich wurde eines Morgens die BriggDrei Brüder, Capitain Rüttiger Smith's Fahrzeug, ſignaliſirt.

Wie heftig pochte da das Herz der auf einmal ſo glück⸗ lichen und doch unglücklichen Frau. Die Füße trugen ſie kaum die Bodentreppe hinauf, wo ſie aus dem einen Fenſter eine freie Ausſicht auf den Fjord von Strömſtad hatte. Da ſah ſie, erſt durch das Fernrohr und darauf mit dem bloßen Auge, wie die kleine Wimpel, vom Winde getragen, ihr den erſten Gruß entgegen ſandte.

Nur die Frau eines Seemannes kann empfinden, was meine Mutter jetzt empfand; nur ſie kann die kalten und heißen Fieberſchauer verſtehen, von denen ihre Seele erbebt, und die ſie mit Ungeduld erfüllt, wenn nun der Zollbeamte auslegt, um ſich an Bord des Fahrzeuges zu begeben. Nun erſt wird der Anker ausgeworfen jede Secunde wird zur Stunde. Endlich hat es Grund gefaßt, die Segel werden gefiert, die Matroſen laufen auf und nieder, während der Capitain, nach einer guten Reiſe, vergnügt auf dem Deck ſteht, bald eine Ordre austheilend, bald den Hut ſchwenkend, um die am Strande ſtehenden Freunde zu grüßen. Aber das unſelige Zollboot läßt ſich nicht vermeiden. Es legt an, der Zoll⸗ beamte ſpringt an Bord, durchkriecht alle Winkel und wenn er ſchließlich wieder abfährt und auch der Capitain endlich den Fuß an's Land ſetzen kann, da will ihm Jeder die Hand ſchütteln und er muß ſich förmlich durcharbeiten, um in ſein Haus zu gelangen.

Meine Mutter war die Treppe hinuntergeſtiegen; ſie hatte ſich wohl hundertmal niedergeſetzt und war hundertmal aufge⸗ ſtanden: Sie wollte nicht hinausgehen und ſich den Neugierigen zeigen.